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Schottland – 04.06.-17.06.2015

Donnerstag, 18. Juni 2015

Tag 12-14 in Schottland sowie die Route im Überblick

Nachdem wir die Insel Barra verlassen und nach Oban mit der Fähre übergesetzt haben, fing für uns der erholsame Teil des Schottland-Urlaubs an 😉 Da dies hier aber kein Sightseeing-Blogeintrag werden soll, hier unsere Highlights der letzten 3 Tage:

– riesige Seafood-Platte in Oban
Hier wussten wir teilweise nicht, was wir eigentlich grad genau essen… :-S

– superleckere Chai Latte mit extra Zimt
Ich war schon voll auf Entzug ^^

– Edinburgh Castle
Wir konnten es zwar nur von außen bewundern (16 Pfund je Person waren uns dann doch zu teuer), aber schon so war es beeindruckend. Unser Hostel befand sich direkt daneben.

– Edinburgh Old Town
Die ist wirklich chic und einen Wochenendausflug wert!

Etwas beunruhigend fanden wir allerdings, dass bisher alles reibungslos verlief:

Das Buchen der Bahnkarten nach Edinburgh in Oban (wir hatten noch gut in Erinnerung, wie das am Anreisetag war), die Hostelbuchung, die Anreise zum Flughafen am Mittwoch… Irgendwas musste doch noch schief gehen und wir hofften inständig, dass es nicht an den Kartons scheitern würde, die wir im Parkhaus hinterlassen hatten. Hier schaute uns auf meine Nachfrage hin ein Mitarbeiter nur ungläubig an und meinte, sie würden hier nichts deponieren, ging ins Hinterzimmer und kam kopfschüttelnd wieder zurück. Ohje, wir wurden nervös. „Doch doch, einer ihrer Kollegen hatte sich meinen Namen und das Abflugdatum notiert.“ Er wieder zurück ins Hinterzimmer. Wir wurden nervöser. Dann aber kam er aber mit der Frage zurück, ob die Kartons zusammengefaltet wären? „Ja ja, das sind sie!“ und dann tatsächlich mit ihnen um die Ecke! Uns fiel ein riesen Stein vom Herzen!!! 🙂

Wir machten uns ans Auseinanderbauen der Räder. Nach kurzer Zeit war Carstens Rad sicher verpackt. Nun kam meins. Sattel raus, Lenker gelockert, Pedale eins ab, Pedale zwei… nanu, lässt sich nicht lösen. Fester daran geschraubt, aber noch immer keine Bewegung. So ging das minutenlang, aber nichts tat sich. Nach einer guten halben Stunde lief Carsten dann mit dem Rad los um Jemanden um Hilfe zu bitten. Aber selbst Bauarbeiter vor dem Airport mit weiterem Werkzeug schafften es nicht die Pedale zu lösen. Das war es also, was nicht klappen sollte. Es war mittlerweile eine Stunde vergangen und es wurde wirklich Zeit das Gepäck abzugeben…

Uns blieb schließlich nichts anderes übrig als das Rad mit der Padale in den Karton zu stecken und darauf zu hoffen, dass er so durch die Kontrolle gehen würde. Sie schaute dann durch ein Loch aus dem Karton heraus. Zum Glück gab es hier keine Beanstandung. Erleichtert ging es dann zur Sicherheitskontrolle und irgendwann in die Luft – war wieder total toll :-/

An was wir uns sehr gerne zurückerinnern werden, ist natürlich die wunderschöne und abwechslungsreiche Natur, die uns immer wieder zum staunen gebracht hat 🙂 Dann sind es die überaus freundlichen und hilfsbereiten Schotten. Und was uns ebenfalls positiv aufgefallen ist: An öffentlichen Plätzen (zum Beispiel den Bahnhöfen) gab es immer sehr viel Servicepersonal, dass einem bereits zur Seite stand, noch bevor man die Frage formuliert hatte 😉

Kurios fanden wir, dass Dinge wie Waschbecken, Türgriffe und Spiegel teilweise extrem tief angebaut waren. So in etwa stellen wir es uns bei den Hobbits vor ^^ Türen sind oft nur mit zwei Händen zu öffnen. Macht sich extrem gut, wenn man voll bepackt mit sämtlichen Radtaschen davor steht… Und: wirklich hübsche Architektur (ausgenommen historische Gebäude) gibt es in Schottland nicht so wirklich.

Nun sind wir wieder zuhause und Carsten hat den Track zusammengestellt. Hier könnt ihr im Detail sehen, wo wir in den vergangenen zwei Wochen geradelt sind. Und auch nochmal in schriftlicher Form. Insgesamt waren es tolle 652,5 km (ohne Fährfahrten) und 6.995 Höhenmeter 🙂

Tag 1
Strecke: Perth HBF – Perth Zeltplatz 😉
Streckenlänge: 6,1 km
Tag 2
Strecke: Perth – Braemar
Streckenlänge: 76,2 km
Tag 3
Strecke: Braemar – Tomintoul
Streckenlänge: 57 km
Tag 4
Strecke: Tomintoul – Colludon bei Inverness
Streckenlänge: 74,8 km
Tag 5
Strecke: Culloden – Contin
Streckenlänge: 53 km
Tag 6
Strecke: Contin – Lochcarron
Streckenlänge: 75,5 km
Tag 7
Strecke: Lochcarron – Sligachan
Streckenlänge: 80,4 km
Tag 8
Strecke: Sligachan – Staffin
Streckenlänge: 41,7 km
Tag 9
Strecke: Staffin – Horgabost
Streckenlänge: 47,1 km
Tag 10
Strecke: Horgabost – Howmore
Streckenlänge: 78,9 km
Tag 11
Strecke: Howmore – Castlebay
Streckenlänge: 58,2 km

Traumstrände bei 12 Grad

Sonntag, 14. Juni 2015

Tag 9-11 in Schottland

Unsere Anreise zum Fähranleger in Uig nach Tabert auf die Insel Harris begann nass. Es regnete bis Uig und dort angekommen, kauften wir nur fix die Tickets und flüchteten in das nächste Restaurant. Hier wärmten wir uns erstmal bei einer leckeren Suppe auf und trafen ein sehr nettes amerikanisches Ehepaar wieder, welches wir den Tag zuvor bereits bei unserer Durchfahrt in Portree getroffen hatten. Wir verbrachten die Wartezeit gemeinsam bei interessanten Gesprächen. Die zwei sind seit fast zwei Monaten mit dem Rad unterwegs! Zuerst haben sie Irland bereist und nun Schottland!

Zu unserer Überraschung zogen die Wolken letztlich vorüber und es kam tatsächlich irgendwann die Sonne durch! Ein toller Start auf den Hebriden und auch am Atlantik 🙂

Ca. 1 Stunde fuhren wir von Tabert Richtung Süden durch felsige und moorige weite Hügellandschaften. Dann trauten wir unseren Augen kaum, als wir nach einer Kurve plötzlich türkisfarbenes Wasser sahen! Und es kam noch besser: Es gab auch den passenden weißen Strand dazu! Sowas in Schottland! Wir hatten keine genaue Vorstellung von dem, was uns auf den Hebriden erwarten würde, aber die „Karibik“ mit Sicherheit nicht 😀 Gut, die Temperaturen hier liegen mit ca. 12 Grad vermutlich mindestens gute 25 Grad unter denen in der Karibik, aber ansonsten… Abends kamen wir zufällig an einem Campingplatz in Horgabost vorbei, der nicht in unserer Karte verzeichnet war und sich direkt an einem solchen Strand befand. Wir mussten nicht lange überlegen und schlugen unser Zelt in den Dünen auf 🙂

Entlang vieler weiterer solcher Strände führte uns der Weg dann auch gestern bis nach Leverburgh, wo wir die nächste Fähre zum Übersetzen auf die Insel Uist nehmen wollten. Leider änderten sich gerade an dem Tag die Fahrzeiten und wir mussten 2 Stunden länger auf diese warten. Bei bedeckten 11 Grad wurde es extrem kalt. Es gab zwar ein Wartehäuschen, aber dieses beinhaltete auch zwei Toiletten und war nach kurzer Zeit nicht mehr als solches nutzbar :-S

Die Wettervorhersage hielt aber und wir kamen bei Sonnenschein und Rückenwind auf Uist an. Gerade ein paar Meter von der Fähre entfernt, kam ich aus dem Fotografieren nicht mehr heraus: Ein Traumstrand folgte auf den nächsten. Ich befürchte, ich habe viel auszusortieren 😀

Dies änderte sich, je mehr wir vom nördlichen Teil der Insel in den südlichen fuhren. Die Landschaft wechselte wieder in die karge, moorige Szenerie, ähnlich der in den Grampian Mountains, nur mit vielen kleinen Seen. Die Nacht verbrachten wir schließlich in Howmore in einem tollen urigen Hostel. Es befindet sich direkt neben einer Klosterruine aus dem 13. Jahrhundert. Da wir kein Bargeld mehr bei uns hatten und Kartenzahlung nicht möglich war, schicken wir das Geld später per Post an die Besitzerin ^^

Heute früh starteten wir dann unsere letzte Etappe in Richtung Barra, der südlichsten per Fähre erreichbaren Insel der äußeren Hebriden. Aber als Erstes mussten wir Slalom durch eine kleine Gruppe von mehreren Mutterkühen und ihren Kälbern fahren, die gerade die Straße vor dem Hostel entlanggetrieben wurden, um auf ihre Weide zu kommen – schön 🙂

Und anschließend auf Barra, was soll ich sagen: wieder Karibikfeeling pur 🙂 Wir haben die Westroute nach Süden gewählt, immer in Sichtweite zum Atlantik. Barra ist eine wuuuunderschöne Insel. Wir beide finden, es ist die schönste der drei (von insgesamt vier) Inseln, die wir bereist haben.

An unserem Zielort Castlebay angekommen, kamen wir nicht mehr ins Hostel, da dieses ausgebucht war. Ein paar Meter weiter, direkt gegenüber des Kisimul Castle mitten in der Bucht (nach dem dieser Ort auch benannt ist) bekamen wir aber ein Zimmer. Warum auch immer haben sie uns für den Preis eines normalen das beste Zimmer gegeben 🙂 Mal sehen, ob wir unsere müden Knochen morgen früh überhaupt aus den tiefen Matratzen herausbekommen 😀 Um 9:40 Uhr geht unsere Fähre nach Oban und wir müssen zumindest schon einmal diesen tollen Teil Schottlands verlassen…

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Start am Morgen bei Regen

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Auf Harris

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Unser Hostel in Howmore auf Uist

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Die Klosterruine

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Anfahrt über den Damm zur Fähre nach Barra

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Am Atlantik auf Barra

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Dünenwiesen auf Barra

Whale-Watching mit dem Rad

Donnerstag, 11. Juni 2015

Tag 7-8 in Schottland

Die ersten 40 km am Tag 7 führten uns entlang des Loch Carron durch abwechslungsreiche Gebiete. Zum Einen durch Landschaften, die durch ihre Vegetation ein klein wenig an Urwald erinnerten und zum Anderen durch felsige karg bewachsene Hügellandschaften, wie wir sie schon in den Highlands gesehen haben. Auch der ein oder andere steile Anstieg von bis zu 14% war dabei und ließ uns die Räder mal wieder schieben. Doch jedes Mal wurden wir mit einem fantastischen Ausblick belohnt. Einen Anstieg sind wir dann auch umsonst bereits 100 Höhenmeter aufwärts gefahren, bis wir bemerkten, dass wir uns verfahren hatten – also umdrehen und auf kürzestem Wege zurück auf den eigentlichen Track 😉

Nach gut 40 km erreichten wir Kyle of Lochalsh, von wo aus es über die riesige Skye Bridge auf die Insel ging. Hier sind wir nun die letzten 1 1/2 Tage gefahren. Die Landschaft ist einfach nur fantastisch! Ich entdecke gerade die Panoramafunktion unserer Kamera 🙂 Es gibt so viel festzuhalten. Unter Anderem hatten wir das Riesenglück im Loch Ainort Grindwale zu sehen! Sie waren nur ca. 200m von uns entfernt und wir konnten sogar das Ausatmen hören und die Wasserfontaine sehen 🙂

Tag 7 war dann auch der letzte mit stetigem Gegenwind, oder wie Carsten sagen würde, Rückenwind. Er hatte für die eigene Motivation einfach mal die Begrifflichkeiten getauscht…

Heute ging es von Sligachan bis Staffin entlang der Steilküste mit bis zu 150m Höhe. Es gab mehrere Möglichkeiten diese direkt zu begehen. Ist schon ziemlich beeindruckend gewesen, wenn man direkt am Rand stand – immer mit einem gewissen Sicherheitsabstand versteht sich ^^ Vorbei kamen wir auch am „The Old Man of Storr“ und am „Kilt Rock“. Hier gab’s dann auch gleich größere Touri-Trauben – verständlich 🙂

Morgen wollen wir die Insel verlassen und uns auf die äußeren Hebriden begeben. Wir hoffen, dass unser Plan bzgl. zu fahrender Strecken und den Fähren funktioniert. Drückt uns die Daumen…

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Noch auf dem Festland kurz hinter Strathcarron

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Panorama auf dem Zeltplatz in Sligachan

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Verschnaufpause mit Ausblick an der Steilküste

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Der Kilt Rock

Steinzeit-Hügelgräber, Schlachtfelder, Ruinen und wunderschöne Berge

Dienstag, 09. Juni 2015

Tag 4-6 in Schottland

Uns tut alles weh, doch um uns herum ist es einfach nur beeindruckend ☺ Aber fangen wir von vorne an…

Es war genau die richtige Entscheidung Samstag Abend in Tomintoul zu bleiben und die 25 km erst am Folgetag zu fahren. Das Wetter Sonntag früh war nicht besser und wir hätten diesen Abschnitt nie geschafft – obwohl die Sturmböen von Samstag mit bis zu 80 km/h zumindest auf ca. 40 km/h abflauten 😉 Es ging nochmal gut auf und ab bis zum frühen Nachmittag, als wir den Nationalpark wieder verließen und in ein weites Tal hinein fuhren.

Dort änderte sich das Wetter und wir durften die letzten 30 von insgesamt ca. 75 Tageskilometern durch teilweise schöne Laubwälder, Wiesen und Ginsterbüsche bis kurz vor Inverness bei einem Mix aus Sonne und Wolken genießen 😎 Direkt am Weg befanden sich hier die Steinzeit-Hügelgräber Clava Cairns. Sie waren ziemlich beeindruckend, weil sie mehrere Meter Durchmesser haben und auch gute 2 m hoch sind! Die Nacht verbrachten wir schließlich auf einem Top-Zeltplatz kurz vor Inverness in Culloden.

Ganz in der Nähe befindet sich das Culloden Battlefield. Das schauten wir uns Montag früh an. So viel Kultur und Geschichte innerhalb weniger Stunden… ☺

Dann kamen wir durch Inverness. Das Bergpanorama um die Stadt herum war herrlich, aber die Innenstadt selbst hat uns nicht so sehr zugesagt. Dafür aber das Angebot eines schönen Cafés, in dem wir uns bei einer heißen Suppe und leckerem Kuchen aufwärmten 🙂 Das ist ganz schön gefährlich, wenn man sich erstmal gemütlich, warm und satt auf einer Couch lümmelt. Denn irgendwann muss man ja wieder raus in die Kälte… Aber wir wollen uns absolut nicht beschweren: Es war durchweg trocken – ja, scheint es hier auch zu geben 🙂 – und die meiste Zeit schien die Sonne.

Den Rest des Tages sind wir dann ohne große Stopps geradelt. Beauly sei noch zu erwähnen. Ein hübscher kleiner Ort mit der Ruine einer Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Angekommen sind wir Montag Nachmittag dann in Contin auf einem kleinen Zeltplatz. Dieser liegt direkt am Fluss Black Water, umgeben von bewaldeten Bergen ☺

Heute, Dienstag, haben wir es bis an die Westküste geschafft. Wir befinden uns in der Nähe von Strathcarron. Die 75 km durch die Highlands waren körperlich sehr anstrengend. Nicht wegen des Streckenprofils, sondern des Gegenwinds. Dieser hat uns wieder den ganzen Tag begleitet und uns durchweg kräftig in die Pedalen treten lassen. Aber das ist alles schnell vergessen, wenn sich vor einem zu beiden Seiten diese tollen Berge auftun und man durch sie hindurch fährt! Teilweise sind sie ganz oben sogar noch mit ein wenig Schnee bedeckt.

Unsere Mittagspause in Achnasheen fiel ungeplant nobel aus. Schwitzig wie wir waren, kehrten wir in ein 4**** Hotel ein. Etwas unangenehm war uns das schon, aber irgendwie auch witzig so sportlich zwischen all den feinen und schicken Rentnern zu sitzen 😁 Wir haben suuuper lecker gegessen: Es gab Lamm und Barsch.

Morgen fahren wir auf die Isle of Skye. Sonntag Abend hatten wir nämlich aufgrund der Windvorhersagen und auch, weil wir Bedenken hatten die Tour zeitlich zu schaffen, diese nochmal umgeplant. Statt von hier aus weiter nach Norden bis Ullapool, dann auf die Hebriden und anschließend evtl. noch auf die Isle of Skye zu fahren, steuern wir diese direkt an. Vielleicht ergibt sich somit auch noch ein Tag Pause. Unseren Beinen würde das zumindest sehr gut tun 🙂

Achja, noch ein kleiner Nachtrag: Wir haben heute zufällig bei Wikipedia gelesen, dass wir die zwei höchsten Pässe Schottlands an den ersten beiden Fahrtagen überquert haben! Wir gucken, dass wir zumindest um den dritthöchsten einen weiten Bogen machen… 😉

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Clava Cairns

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Im Tal kurz vor Inverness

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Die Rogie Falls

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In den Highlands

Anstrengend, aber atemberaubend :-)

Samstag, 06. Juni 2015

Tag 1-3 in Schottland

Ich werde mich nie mit dem Fliegen anfreunden, so viel steht fest! Auch wenn der Flug selbst ganz ruhig verlief und die Aussicht toll war. Ja, ich habe tatsächlich irgendwann auch aus dem Fenster geschaut, nachdem ich das Gefühl hatte mir nicht mehr einreden zu müssen, ich säße nur in einem Bus 😉 Die Erleichterung bei mir war dennoch groß, als wir endlich gelandet waren. Und noch größer war sie, als wir unsere Räder unversehrt in Empfang nehmen konnten. Auch das Zusammenbauen war bald erledigt. Aber dann ging das Abenteuer Radkartons los…

Nachdem wir diese nicht für 400 € (!!!) für zwei Wochen beim Gepäckaufbewahrungsservice abgeben wollten und auch der Herr an der Sperrgepäckannahme diese leider nicht annehmen konnte (sein Kommentar zu den 400 €: Dafür mache er ne Woche Urlaub in Spanien), verließen wir den Flughafen um uns nach einem geeigneten Versteck für die Kartons umzuschauen. Aber auch hier keine Chance. Die letzte Möglichkeit sahen wir im Flughafenparkhaus. Ich mit den Kartons unterm Arm hin zu den Kontrolleuren und hab ihnen unsere Situation erklärt. Das Ergebnis: Sie haben die Kartons tatsächlich angenommen und lagern diese nun für die nächsten 2 Wochen in ihrem Hinterzimmer vom Kundenschalter! Was waren wir froh ☺ Es waren inzwischen 3 Std. seit der Landung vergangen… Drückt uns die Daumen, dass sie in 2 Wochen wirklich noch da sind.

Unser geplanter Ausgangspunkt für die Radreise hieß Perth. Dorthin wollten wir mit dem Zug anreisen. Aber auch das sollte sich als nicht so einfach herausstellen: Für unsere Zugverbindung standen nur 4 Fahrradplätze je Zug zur Verfügung. Und auch nur so viele durften rein. Nicht wie zuhause wo es meist noch die Möglichkeit gibt sich zumindest irgendwo in den Gang zu mogeln. 2 Züge haben wir somit passieren lassen müssen, bis wir endlich einsteigen konnten. Gegen 20 Uhr Donnerstag Abend kamen wir an und nochmal ne Stunde später konnten wir eeendlich das Zelt aufbauen.

Gestern früh ging es dann nun wirklich los ☺ Auf dem Plan standen 80 km Strecke und ca. 1.000 Höhenmeter. Schon mal ganz ordentlich für den ersten Tag. Bis zur Hälfte der Strecke ging es bei leichten Steigungen und Abfahrten an vielen Wiesen und Feldern mit Schafen, Pferden und Kühen vorbei, die uns teilweise im Galopp ein Stück begleiteten. Voll süß 🙂 Und dann sahen wir endlich die ersten Ausläufer des Cairngorms Nationalpark in den Grampian Mountains – dem Grund für die vielen Höhenmeter. Die Landschaft wurde, je weiter wir in diesen hineinfuhren, immer traumhafter und die Berge beeindruckender – die Steigungen im Übrigen auch, uff 😉 Ich hätte ständig stehen bleiben und fotografieren können, aber wir mussten ja auch vorwärts kommen. Nicht so richtig vorwärts ging es, als wir schließlich den Pass auf 670 m hoch mussten. Hier hieß es irgendwann absteigen, schieben und ab und zu ne Verschnaufpause einlegen. Die Steigung war einfach zu heftig für uns. Endlich irgendwann oben angekommen (Ausgangspunkt in ein Skigebiet) war die Belohnung eine ewig lange Abfahrt bis nach Braemar (hier sehr berühmt für seine Highlandgames). Carsten hat mir noch nicht seine Höchstgeschwindigkeit verraten, aber ich hab bei 50 kmh abgebremst… Hier haben wir auch die letzte Nacht bei angenehmen und stürmischen 7°C Außentemperatur verbracht 😉

Der heutige Tag begann sehr nass. Gute 2 Stunden begleitete uns der Regen in die Berge. Danach schien durchweg die Sonne 🙂 Insgesamt galt es zwei starke Anstiege und den Lecht-Pass zu meistern. Die Anstiege waren noch ganz okay und wir wurden mit tollen Aussichten belohnt! Auch half uns hier starker Rückenwind die Berge hinauf 🙂 Das änderte sich leider in dem Moment, als es zum Pass rauf ging. Der Sturm mit heftigen Böen zwang uns bergauf mehrfach zum Absteigen. Ein Fahren war einfach nicht möglich. So einen Wind haben wir beide noch nicht erlebt. Hinzu kamen Steigungen von teilweise 20%! Ich glaube, wir haben die Räder gute 3 km nur geschoben. Am höchsten Punkt angekommen, gönnten wir uns erstmal eine längere Pause in der dortigen Skihütte. Denn auch hier gehen die Schotten im Winter zum Skifahren. Wir freuten uns so sehr auf die nun 10 km lange, in Aussicht stehende Abfahrt. Aber sogar hier machte uns der starke Wind einen Strich durch die Rechnung: Wir haben die Räder auch bergab schieben müssen und mussten aufpassen, dass wir nicht weggepustet werden!

Völlig k.o. sind wir nach insgesamt ca. 55 km in Tomintoul angekommen. Geplant waren ursprünglich weitere 25, aber bei dem Gegenwind… Nun übernachten wir hier in einem kleinen netten Hostel. Vor wenigen Minuten sind wir auch satt und nicht mehr durstig von unserem Pubbesuch zurückgekommen ☺

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Ankunft

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Blick auf den Pass am Freitag

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Während der Passfahrt

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Kleiner Kakao zum Frühstück heute ^^

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Pause während des zweiten Anstiegs

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Ausblick vom Lecht-Pass

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Die Qual der Wahl ;-)